Donnerstag, 30. Juli 2009

Sinnlose Tage.

Es gibt sie ja manchmal, so Tage. Wo man sich großartige Sachen vornimmt, und alles wird nur Murks. Wo ich endlich mal den aufwändigen Limetten-Pie gebacken habe, den ich immer schon mal ausprobieren wollte. Und anstatt der altmodischen Springform unbedingt parallel dazu auch noch die neumoderne Tupper-Silikon-Form benutzen musste. Darin Backen ist ja EINE Sache.
Den Kuchen von der Form befreien eine andere.
Das geht nämlich ÜBERHAUPT GAR NICHT!!!


Das Foto gibt das ganze Drama nicht mal ansatzweise wieder. Unter der nahezu unbeschädigten Baiser-Haube befindet sich ein einziges Gematsche aus Füllung und in tausend Stücke gefallenem Boden. Dafür habe ich nun mehrere Stunden in der ungeliebten Küche verbracht???
Backtechnisch mental schon sehr angeschlagen werde ich auch noch vom Kind gefragt, ob ich mich eigentlich mehr auf Weihnachten, Geburtstag oder Silvester freue. Ich keife zurück, dass ich - seit ich erwachsen bin - mit solchen Tagen wenig am Hut habe, weil ich mich da immer um NOCH mehr als sonst kümmern muss, und MIR keiner ein Geburtstagstischchen mit Kerzen macht und bergeweise Geschenke ins Haus schleppt. Dann heulen wir beide ein bisschen. Kind wegen des Anfranzens, ich, weil ich irgendwie so arm dran bin. Und weil ich so gemein mit zufällig des Weges kommenden Kindern war. Der Gatte kommt indes nach Hause und kann die Gesamtsituation nicht einordnen. Ich kann es leider auch nicht sinnvoll erklären und kriege mich mal lieber wieder ein.
Um nicht weiter im Selbstmitleid zu versinken, rege ich eine kleine Fahrradtour zum Storchennest im Leinepolder an, wo man aus nächster Nähe entzückende Störche beim Füttern der putzigen Jungtiere beobachten kann. Außer heute.


Genauer gesagt sind GAR keine Tiere unterwegs. Abgesehen von einem fransigen Köter, der mir ans Fahrrad pinkeln möchte. Wir fahren also wieder nach Hause. Und dann wird es auf einmal doch noch ganz schön! Der Kuchen ist inzwischen im Kühlschrank in der gematschten Zusammensetzung erstarrt. Und er hat genau so geschmeckt, wie er aussieht: unglaublich süß.
Aber mit etwas Sekt ging es.

Kommentare:

  1. Ohje, also erst hatte ich Mitleid, aber dann musste ich doch lachen, bei "Außer heute."
    Ich kenne solche Tage nur zu gut, aber sie gehen vorbei und der Kuchen sieht doch lecker aus :)

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  2. OMG - und vorgestern war doch die Welt noch so schön in Ordnung. Gibt es kosmische Störungen über E. und ich habe es noch nicht gemert??? Vielleicht muntert dich meine E-Mail wieder auf... Ansonsten freue ICH mich auf gemeinsames Gescrappe, bestelltes Essen und jede Menge alkoholische Gärung - äh, Getränke.
    Sei ganz herzlich gedrückt von mir.

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  3. Jaaa, also diese Tage kenne ich. Zur Genüge. Und es ist ganz furchtbar, wenn die Kinder einem in die Schußlinie geraten und völlig ahnungslos platt gemacht werden - zumindest verbal.Aber tröste Dich - es geht immer wieder bergauf. Ich habe noch vier Wochen Nudel-Mittag-Essen vor mir. Und Zuckerschnecken-Frühstück. Und nasse Füsse im Wohnzimmer.... eigentlich sind Ferien nur toll, wenn man Kind ist, oder?

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  4. Ach süße, ich drück dich auch ganz fest. Solche Tage möchte man am liebsten aus dem Kalender streichen...und die Kinder kommen aber auch immer im ungünstigsten Moment, na? Das kenne ich und hinterher geht es einem noch schlechter weil man sich nicht im Griff hatte und an den Kindern was ausgelassen hat. Aber hey, auch Mütter sind nur Menschen und auch uns unterlaufen manchmal Fehler. Also, Kopf hoch...es kommen bessere Tage.
    Und der Kuchen...hmm, sieht lecker aus.

    Liebe Grüße,
    Irina.

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